Stückeinführungen und Nachgespräche

Hamlet, der berühmte Prinz von Dänemark, ist plötzlich Prinzessin. Bertolt Brechts Gangsterboss Mackie Messer wird gespielt von einer Frau. Sophokles’ antike Tragödie „Antigone“ ist inszeniert als Computerspiel mit Trojaner, Publikumsabstimmung und Navigationsmenü. Und 18 Rollen in „Plutos“ werden von nur sechs Darstellerinnen und Darstellern gespielt – alles schon mal dagewesen im Hessischen Landestheater Marburg.
Ob in puncto Besetzung, Ausstattung oder Stückkonzept, einer Inszenierung sind fast keine Grenzen gesetzt: Da werden geschlechtertypische Rollen vertauscht oder eliminiert, Besetzungen gekürzt, Figuren zusammengefasst, ‘alte’ Stoffe ins Heute über- und versetzt, theatrale Mittel vermischt und vermengt, Textpassagen reduziert, Fremdtext integriert, ganze Szenen improvisiert, kurzum: ein Stoff neu interpretiert.
Die Gründe dafür sind so vielfaltig wie individuell und immer stückbezogen. In regelmäßigen Stückeinführungen, die unmittelbar vor einer Vorstellung stattfinden, gibt der Produktionsdramaturg daher Einblick in das der Inszenierung zugrunde liegende Konzept, liefert Antworten, wo möglicherweise (noch) keine Fragen sind. Alternativ zu den Stückeinführungen besteht auch das Angebot eines Nachgespräches. Unmittelbar im Anschluss an die Vorstellung bietet sich die Möglichkeit, sich mit Dramaturg und Schauspielern über das Gesehene und darüber hinaus auszutauschen, nachzuhaken, Wissenswertes zur Produktion zu erfahren und den diversen Gründen auf den Grund zu gehen.

Auf die Stückeinführungen und Nachgespräche wird in unseren Monatsspielplanen sowie auf der Theaterhomepage hingewiesen.