Momo

Momo

Das Familienstück zu Weihnachten /5+

von Michael Ende (1929-1995)

Wer es weiterbringt, wer mehr wird und mehr hat als die anderen, dem fällt alles Übrige ganz von selbst zu: Freundschaft, Liebe, Ehre und so weiter. Und alle machen sich unverzüglich an die Arbeit. Nino, der Wirt und seine Frau Liliana, Nicola, der Maurer, der Friseur Herr Fusi und die Kinder. Sie alle hasten und schuften, sputen sich und lassen keine Gelegenheit aus, an ihrer Zeit zu sparen. Zur Eile angehalten, beherrschen bald Hochbetrieb und Ruhelosigkeit den Alltag. Doch eine unheilvolle Kälte entzweit die Eilfertigen. Schuld daran tragen die seltsamen grauen Herren der Zeitsparkasse, die glaubhaft weismachen, dass, wer nur jetzt genug arbeitet, später umso mehr Zeit hat. Momo aber kann das nicht überzeugen. Denn plötzlich mangelt es all ihren Freunden an Zeit, sie zu besuchen. Selbst die Kinder haben keine freie Minute mehr. Und Momo bleibt allein zurück. Mit einem Mal erlebt sie die Zeit so lang wie nie zuvor. Beinahe scheint es, als gelänge es der Gesellschaft der grauen Herren schließlich, auch Momo zu verleiten. Doch bevor es dazu kommt, schenkt Meister Hora ihr eine ganze Stunde, um den Zeitdieben das Handwerk zu legen. Zur Seite stehen ihr dabei die Schildkröte Kassiopeia, der Straßenkehrer Beppo und Girolamo, genannt Gigi Fremdenführer.

Michael Endes „seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“ aus dem Jahr 1973, die in der Tradition des romantischen Kunstmärchens gehalten ist, hat alle beunruhigenden Prognosen über die von Technik und Geschwindigkeitsrausch dominierte Lebensweise des ausgehenden 20. Jahrhunderts sprichwörtlich überdauert. Denn obschon sich „Momo“ als eine Allegorie lesen lässt, wohnt der Geschichte die Besonderheit inne, mit den unverstellten, jedoch keinesfalls ungetrübten Augen eines Kindes die Suche nach Welterfassung zu bewerkstelligen. Wo heute Begriffe wie Zeitmanagement oder -wirtschaft vorherrschen, erinnert Endes Roman daran, was darunter verborgen liegt und zuletzt unwillkürlich verloren geht: Lebenszeit.

Regie
Nach ihrer erfolgreichen Inszenierung des Erich Kästner-Klassikers „Emil und die Detektive“, „Einladung zur Enthauptung“ nach Vladimir Nabokov in der Regie von Oda Zuschneid sowie Annette Müllers Inszenierung von Guus Kuijers „Das Buch von allen Dingen“ in der Spielzeit 2012/2013, übernehmen die beiden Schauspielerinnen und Leiterinnen des Jungen Theaters nun mit „Momo“ zum zweiten Mal gemeinsam die Regie für das große Familienstück zur Weihnachtszeit.


Wie Sie sehen, haben Sie Ihre gesamte Lebenszeit bereits ausgegeben. Wäre es nicht besser, Sie würden zu sparen anfangen?
Ein grauer Herr von der Zeitsparkasse


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Theaterpädagogische Angebote


Premiere 23.11.2013

Regie

Annette Müller, Oda Zuschneid


Musikalische Leitung

Michael Lohmann


Bühne

Oliver Kostecka


Kostüme

Oliver Kostecka


Dramaturgie

Eva Bormann



Besetzung

Artur Molin, Gerard Skrzypiec (a.G.), Johannes Eimermacher (a.G.), Katrin Hylla (a.G.), Marlene Hoffmann, Mateusz Dopieralski (a.G.), Nesrin Adloff (a.G.), Tom Bartels


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