see you on the other side

see you on the other side

nach Motiven von Adolfo Bioy Casares und Arnold Schönberg

Premiere in Marburg am 18. November 2016

Koproduktion der KunstFestSpiele Herrenhausen und des Hessischen Landestheaters Marburg

Mein Vergehen besteht darin, daß ich Sie ohne vorherige Erlaubnis photographiert habe. Natürlich handelt es sich nicht um eine Photographie wie jede andere; es ist meine neueste Erfindung. Wir werden in dieser Photographie leben, und zwar immer. Einige Freunde sind leider nicht unter uns: Der arme Charlie natürlich…. Aber ich habe ihn. Wenn jemand ihn sehen will, kann ich ihm ihn zeigen. Er war einer meiner ersten geglückten Versuche. Aus dem Roman »Morels Erfindung«

»see you on the other side« ist Musiktheater und mediale Skulptur zugleich. Im Zentrum des Abends mit dem Daphnis-Quartett und dem Schauspieler Christian Wittmann stehen Motive aus dem Roman »Morels Erfindung« (1940) des argentinischen Schriftstellers Adolfo Bioy Casares und aus Arnold Schönbergs zweitem Streichquartett (1907/08) mit Texten von Stefan George. Als frühes Stück literarischer Medienphilosophie und zugleich fantastischer Science Fiction-Literatur im Stile eines H.G. Wells, war der Roman bereits Inspirationsquelle für Alain Resnais »Letztes Jahr in Marienbad« oder die Fernsehserie »Lost«. Casares und Schönberg/George setzen sich mit dem Verlust von körperlicher Präsenz zu Gunsten einer virtuellen Unsterblichkeit auseinander. Bei Casares entwickelt der Wissenschaftler Morel eine Maschine, die ein perfektes Abbild von Personen in deren äußeren und inneren Lebensumständen wiedergibt. Allerdings hat das Ganze einen Schönheitsfehler. Kurze Zeit nach ihrer medialen Verdopplung sterben die Menschen. Die von Morel ersonnene Maschine aber läuft weiter – ein theatralisches Perpetuum mobile.

Matthias Mohr verdichtet die Texte mit Schönbergs Musik zu einem medialen Echoraum, in dem Körper und Sprache flüchtig werden und sich durch elektronische Verfahren zu Projektionen verwandeln. »see you on the other side« ist ein performatives Kammerspiel über Virtualität und die Sehnsucht nach unauslöschlichen Bildern unserer selbst.

Marburg-Premiere: 18. November 2016
Spielstätte: Black Box – Theater am Schwanhof
Dauer: ca. 70 Minuten, keine Pause


Premiere 18.11.2016

Performer

Christian Wittmann


Regie

Matthias Mohr


Bühne

Martin Wenzel


Lichtdesign

René Liebert


Kostüme

Killa Schuetze


Sound

Willi Bopp


Regieassistenz

Philipp Bergmann


Musiker

Daphnis Quartett




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