Romeo und Julia

Romeo und Julia

von William Shakespeare

Übersetzung von Frank Günther

Kein Leidensweg war schlimmer irgendwo, als der von Julia und von Romeo, sagt der Fürst am Ende der Geschichte über Liebe, Macht und Tod. Es ist das bekannteste Drama Shakespeares: Ob Film, Oper, Musical oder Zeichentrick, in jedem Medium und jedem Genre lässt sich der Stoff aufgreifen und neu inter-pretieren. Das Stück ist keine gängige Lovestory, nur sentimental, nur romantisch und rührend. Es ist widersprüchlich, schrill, boshaft, gemein, ordinär, zart, lyrisch, derb und gestelzt, und dabei von einer zu Tränen rührenden Innigkeit und Ehrlichkeit beseelt.

Die beiden jungen Menschen trotzen mit unbändiger Lebenslust allen Widrigkeiten und können dies, weil eben diese erste Liebe so unbedingt ist, weil dieses plötzliche Gefühl sie in bisher nicht gekannte Sphären entführt, das von unendlicher Dauer scheint und das überdeutlich sagt: Ich vermag alles, aber nicht ohne den Anderen sein. Lieber den Tod als ein Leben, dem die Grundlage entzogen ist.
Wo die Liebe hinfällt, da darf sie auch blühen, ist keineswegs überall auf der Welt das Naheliegende, das Gegenteil ist der Fall. Die verfeindeten Familien Capulet und Montague hassen sich abgrundtief, die kleinste vermeintliche Ehrverletzung wird mit dem Degen gesühnt. Undenkbar, dass sich der Nachwuchs verliebt: Die Zeiten sind nicht auf Versöhnung gerichtet. Und doch zeigt die schönste Liebesgeschichte der Welt, dass ein plötzliches, tief empfundenes Gefühl dem Leben einen Sinn zu verleihen vermag, so zielgerichtet und klar, als gäbe es kein anderes Glück auf Erden. Romeo und Julia setzen rohem Vorurteil und pubertärer Gewalt ihre plötzlich entflammte Liebe entgegen, halten auf dem Balkon und im Bett die Zeit geradezu an, verleihen dem Augenblick Dauer. Es ist noch lang nicht Tag. Es war die Nachtigall und nicht die Lerche. Die beiden passen wohl so gar nicht in die Zeit, und Romeos naiver Gedanke, dass doch Versöhnung möglich sei, wenn nur die Liebe stark genug, zerschellt am bösen Widerstand der ewig Gestrigen. Und so wird aus Romeos Der Morgen lächelt blau der finstern Nacht des Fürsten Die Sonne zeigt vor Leid nicht ihr Gesicht.

Spielstätte: Erwin-Piscator-Haus


Premiere 25.02.2017

nächste Termine
30.03.2017, 19.30 Uhr, Karten
01.04.2017, 19.30 Uhr, Karten
25.04.2017, 19.30 Uhr, Karten
28.04.2017, 20.00 Uhr, Gastspiel in Rüsselsheim
05.05.2017, 19.30 Uhr

Regie

Matthias Faltz


Komposition und Musikalische Leitung

Michael Lohmann


Bühne

Harm Naaijer


Lichtdesign

Paul Faltz


Kostüme

Annie Lenk


Dramaturgie

Simon Meienreis


Musiker

Michael Lohmann, Sven Demandt, Tatiana Gracheva



Besetzung

Artur Molin, Daniel Sempf, Franziska Knetsch (a.G.), Julia Glasewald, Lisa-Marie Gerl, Niklas Hugendick (a.G.), Ogün Derendeli (a.G.), Roman Pertl, Stefan Piskorz, Thomas Huth


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