Die Marquise von O...

Die Marquise von O...

Wilde Schwäne

nach der Erzählung von Heinrich von Kleist

von und mit Julia Glasewald

Ein reines Bewusstsein, und eine Hebamme!, ruft die Mutter der Marquise aus. Diese hatte ihr versichert, dass sie nichts von einem Manne weiß, der sich ihr genähert.
Mit einer unerhörten Begebenheit beginnt die Erzählung. Die Marquise von O. sucht per Zeitungsinserat nach dem Vater ihres noch ungeborenen Kindes. Sie weiß nichts vom Beischlaf, kann nicht enträtseln, welcher Moment zu solch schlimmer Tat sich geeignet hätte. Der Heilige Geist kommt nicht infrage, die Jungfrau Maria gibt es nur einmal. Vor fünf Monaten wurde sie von einem »Engel« aus einer belagerten und bereits brennenden Festung gerettet, furchtlos hatte er sie aus den Händen von fünf Mordbuben befreit. Danach war sie in eine Ohnmacht gesunken, und der »Engel« hatte die Gunst der Stunde genutzt und sie vergewaltigt.
Der vielleicht berühmteste Gedankenstrich der Literatur markiert die Stelle, an der die Vergewaltigung vollzogen wird. Julia Glasewald untersucht diese Stelle in ihrem Monolog. Eine Auseinandersetzung mit einem Geschehen, das nicht erinnert werden kann, dessen Folge, die Schwangerschaft, aber im Bewusstsein Rechtfertigung sucht.

Spielstätte: Black Box, Theater am Schwanhof


Premiere 24.09.2016

Regie

Verena Nagel


Choreografie

Lisa Wengler



Besetzung

Julia Glasewald


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